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    Neues Ökozentrum in einstiger Deckenfabrik von Nossen Rapsölproduktion läuft im Februar an

    Kaltgepresst: Aus Raps von nebenan wird sauberer Sprit

    Nossen: Die Spritpreise haben wieder angezogen. Rainer Liebe, Chef der gleichnamigen Nossner Heizungsbaufirma, beeindruckt das kaum. Drei Diesel-Fahrzeuge seines Unternehmens fahren mit Salatöl. Genauer gesagt mit Rapsöl, und das ist umweltschonend sowie zirka 20 Cent pro Liter billiger als Diesel. Der Clou: Im Februar geht die neue Rapsmühle im Ökozentrum Nossen, dem zweiten Standbein von Liebe, in Betrieb. Dann produziert der Handwerker seinen Kraftstoff selbst.

    Das Ökozentrum Nossen ist in der ehemaligen Deckenfabrik in der Fabrikstraße 4 entstanden. Der Heizungsfachmann hatte im März 2001 das Betriebsreal erworben. Ein 50 Meter hoher Schornstein und baufällige Nebengebäude wurden mit Unterstützung der Stadt abgerissen. Rainer Liebe nutzt das ehemaligen Produktionsgebäude der Spinnerei. Noch wird an der künftigen Herstellungskette für das Rapsöl gearbeitet. Doch die wesentlichen Bausteine stehen:

    Die Rapssaat wird von Landwirten aus der Region geliefert. Einen riesigen Vorratsbehälter, der rund 285 Kubikmeter und damit 200 Tonnen der Rapssaat fasst, hat Liebes Firma selbst gebaut.

    Es gibt eine Nachreinigung und einen vollautomatischen Tagesbehälter, an den schließen

    sich Ölpresse, Rührwerk und Filtration an. Das Rapsöl gelangt in Vorratstanks und kann von dort aus getankt werden. Durch das pressen entsteht Rapskuchen, der als Futtermittel für Schweine und Rinder sehr begehrt ist. Bei Anlieferung der Rapssaat können die Landwirte dieses Futtermittel gleich mitnehmen. Drei Tonnen Saat können pro Tag verarbeitet werden, das ergibt rund 1000 Liter kaltgepresstes Pflanzenöl. Kurzfristig sei die Kapazität auf das Dreifache erweiterbar.

    Rainer Liebe hat rund 128.000,00 Euro natürlich nicht deshalb investiert und drei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, um seine Autos mit umweltfreundlichem Rapsöl zu betanken. Landwirte, Privatleute und Speditionen werden das Öl abnehmen. Zu verwenden ist es aber nicht nur für umgerüstete Dieselfahrzeuge (Liebe hat Kontakt zu Kfz-Werkstätten aufgenommen), sondern auch für Heizölbrenner (Gebäudeheizung), Blockheizkraftwerke (Kraft-Wärme-Kopplung) oder als technisches Öl.

    Im Ökozentrum Nossen entsteht zudem eine Ausstellung von Anlagen, die verschiedene regenerative Energien nutzbar machen. Da wäre zum Beispiel die Heizung auf Basis von Holzpellets-ein nächstes Projekt von Herrn Liebe…       

     

    Olaf Büchel

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